Die Kunstpolizei, oder auf Deutsch “Kunstpolice“, ist eine informelle Gruppe von Menschen, die sich das Ziel gesetzt haben, Missstände in der Kunstwelt aufzudecken und kritisch zu hinterfragen. Dabei geht es vor allem um die Frage, was als “gute” Kunst gilt und wer darüber entscheidet. Die Kunstpolizei ist in Deutschland in verschiedenen Städten aktiv und organisiert Veranstaltungen wie Ausstellungen, Diskussionsrunden und Performance-Abende.
Die Idee der Kunstpolizei geht auf den Künstler Wolfgang Müller zurück, der in den 1980er Jahren Teil der Berliner Underground-Szene war. Damals entstand die sogenannte “Kunstguerilla”, eine Gruppe von Künstlern und Aktivisten, die sich gegen die etablierte Kunstwelt auflehnten. Die Kunstguerilla organisierte Happenings, Interventionen und Kunstaktionen, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen.
Die Kunstpolizei knüpft an diese Tradition an und setzt sich dafür ein, dass Kunst wieder politischer und gesellschaftlicher wird. Dabei geht es nicht nur um die Inhalte der Kunstwerke selbst, sondern auch um die Art und Weise, wie Kunst produziert, präsentiert und vermarktet wird. Die Kunstpolizei setzt sich zum Beispiel dafür ein, dass Künstler fair bezahlt werden, dass es eine größere Vielfalt an Ausstellungsorten gibt und dass Kunst auch für Menschen außerhalb des Kunstbetriebs zugänglicher wird.
Ein weiteres Anliegen der Kunstpolizei ist es, die Machtstrukturen in der Kunstwelt zu hinterfragen. Wer entscheidet darüber, welche Künstlerinnen und Künstler gefördert werden und welchen Kunststil man als “Zeitgeist” bezeichnet? Die Kunstpolizei setzt sich dafür ein, dass nicht nur bestimmte Eliten über Kunst urteilen, sondern dass ein breiteres Spektrum an Meinungen und Perspektiven gehört wird.
In der Praxis geht die Arbeit der Kunstpolizei sehr vielfältig vonstatten. Oft werden Kunstwerke oder Ausstellungen vorgestellt und kritisch diskutiert. Dabei geht es darum, herauszufinden, welche gesellschaftlichen Diskurse das Werk aufgreift und inwieweit es einen Beitrag zu aktuellen Themen leistet. Auch werden gezielt Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die sich kontroversen Themen widmen oder alternative Kunstformen entwickeln, die nicht den gängigen Kunstklischees entsprechen.
Ein weiteres Anliegen der Kunstpolizei ist es, Kunst auch außerhalb der üblichen Ausstellungsorte präsent zu machen. So organisiert die Gruppe regelmäßig Straßenaktionen, bei denen Kunstwerke im öffentlichen Raum gezeigt werden. Dadurch soll Kunst für alle erfahrbar gemacht werden und nicht nur für ein elitäres Publikum in Galerien und Kunstvereinen zugänglich sein.
Die Kunstpolizei versteht sich nicht als Polizei im klassischen Sinne, sondern als eine Gruppe von Menschen, die sich dafür einsetzt, dass Kunst eine politische und gesellschaftliche Bedeutung hat. Die Arbeit der Kunstpolizei ist dementsprechend auch nicht darauf ausgerichtet, Kunstwerke oder Ausstellungen zu verbieten oder zu zensieren, sondern sie will dazu beitragen, dass Kunstwerke kritisch diskutiert und hinterfragt werden.
Die Kunstpolizei ist in Deutschland nicht die einzige Gruppierung, die sich für eine politische Kunst einsetzt. Auch in anderen europäischen Städten gibt es Gruppen und Initiativen, die sich für eine gesellschaftlich relevante Kunst einsetzen. Dabei geht es oft auch um die Frage, wie Kunst dazu beitragen kann, gesellschaftliche Konflikte sichtbar zu machen und zu überwinden.
In Zeiten von Populismus und gesellschaftlichen Spannungen wird Kunst oft als Mittel zur politischen Auseinandersetzung genutzt. Die Kunstpolizei setzt sich dafür ein, dass Kunst nicht nur als Mittel für politische Propaganda eingesetzt wird, sondern dass sie auch als selbständige und unabhängige Form der ästhetischen Erfahrung wertgeschätzt wird.
Insgesamt leistet die Kunstpolizei einen wertvollen Beitrag zur politischen Kultur in Deutschland. Durch ihre Arbeit trägt sie dazu bei, dass Kunst wieder als eine gesellschaftlich relevante und politische Form der Äußerung gesehen wird. Dabei geht es nicht darum, die Kunst in einer elitären Blase zu schützen, sondern um eine demokratische Teilhabe aller an der Kunstproduktion und der Kunstbetriebs.